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Wie ich Inklusion bei Avanade erlebe

  • Veröffentlicht am 1, Dezember 2022
  • Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
Wie ich Inklusion bei Avanade erlebe Avanade Inklusion am Arbeitsplatz

Das Thema Behinderung hatte schon immer eine Präsenz in meinem Leben. Ausgelöst durch einen Ärztefehler erlitt meine Mutter bereits im Kindesalter eine starke einseitige Wachstumsstörung und wurde daher in einigen Lebenssituationen vor besondere Herausforderungen gestellt.

Als Kind habe ich diese Einschränkungen noch nicht bemerkt, denn meine Mutter hatte schon immer eine ganz besondere Lebensfreude. Erst als Mitschüler:innen mich erstmals darauf ansprachen merkte ich, dass meine Mutter von ihnen anders wahrgenommen wurde. Ihre Behinderung schien eine gewisse Unsicherheit auszulösen, die ich nicht kannte und als Kind auch nicht verstand.

Vor einigen Jahren erlebte ich dann, wie mein Vater innerhalb weniger Jahre sein Gehör nahezu vollständig verlor. Erneut bemerkte ich, und diesmal ganz bewusst als Erwachsener, wie unsicher sowohl er als auch die Menschen in seinem Umfeld wurden.

Ab einem gewissen Punkt hat es mich dann doch betroffen gemacht, mitzuerleben wie meine Eltern mit ihren Einschränkungen an persönliche Grenzen stießen. Aus der Betroffenheit wuchs schnell eine innere Gegenbewegung und ich entschied für mich selbst und auch für Sie, all das zu tun und zu erleben, was Ihnen versagt geblieben ist. Ich habe sportliche Extreme gesucht, bin viel und weit gereist und Musik wurde zu einem wichtigen Teil in meinem Leben. Mit dem Ziel das Leben voll auszukosten habe ich meine physischen Grenzen ausgelotet und hatte sehr viel Spaß an dieser mutigen Lebensfreude.

Diese wurde hart durch einen Sportunfall unterbrochen. Ich hatte große Angst und rechnete mit dem Schlimmsten. Würde auch ich pflegebedürftig werden? Wie werden mich die Menschen anschauen? Wieso passiert ausgerechnet mir das? Ich brach mir den Rücken und erlitt zwei zusätzliche Bandscheibenvorfälle. Ich habe mit dem Feuer gespielt und mich verbrannt. Das Leben wie ich es kannte änderte sich in Sekunden.

Fast ein Jahr lang trug ich ein Korsett und machte im Anschluss unter Schmerzen meine Reha. „Sie haben großes Glück gehabt“, sagte man mir und rückblickend weiß ich das selbstverständlich. Damals war ich mir allerdings nicht sicher, ob ich mich jemals wieder unbeschwert bewegen können würde. Mit meinen Eltern als Vorbild gab ich mich nicht auf und stellte mich stattdessen der neuen Lebenssituation. Meine Familie und meinen Arbeitgeber an meiner Seite.

Beruflich arbeitete ich während meiner Rehabilitation 100% weiter. Oft war ich vollkommen fertig am Ende des Tages, hatte Schmerzen oder konnte schlecht einschlafen. Aber mein Arbeitstag hat mich unglaublich glücklich gemacht und mich erfüllt. Einen Beruf zu haben und den auch in dieser Situation weiterhin voll ausüben zu können – etwas beitragen zu können – das war unglaublich wichtig für mich und mein Ego, um auch die Kraft zu haben das alles zu bewältigen.

Ich bin dem Rollstuhl entkommen und auch das Korsett ist heute weg. Was bleibt ist das Wissen, dass es keinen Weg zurück gibt für mich und meinen Körper. Diese persönlichen Erfahrungen haben mir nochmal mehr gezeigt, wie wertvoll es ist einen Arbeitgeber zu haben, der sich für dich interessiert, dem deine Gesundheit am Herzen liegt, auch wenn das vielleicht bedeutet, nicht immer zu 100% liefern zu können.

Allem voran war und ist es ein Geschenk für mich, wenn mein Arbeitgeber es schafft, dass ich mich trotz persönlicher Einschränkungen vollwertig fühle. Auch aus diesem Grund setze ich mich als I&D Lead für das Thema Disability ein und versuche Ansprechpartner zu sein, denn das Thema geht uns alle etwas an!

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