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Erfahrungsbericht aus der Hybrid Cloud

  • Veröffentlicht am 18, Dezember 2018
  • Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Blog

Wie es ist, in einem Projekt gleichzeitig mit einer Public Cloud und einer Private Cloud zu arbeiten.

In der letzten Zeit habe ich so viele Public-Cloud-Projekte begleitet, dass ich fast vergessen hatte, was es bedeutet, eine Private Cloud aufzubauen. Insofern war es sehr lehrreich, als ich kürzlich die Gelegenheit hatte, die Unterschiede zwischen Public Cloud und einer on-premise betriebenen Private Cloud innerhalb eines Projekts nebeneinander zu erleben.

Hintergrund war der Wunsch eines Kunden, eine strategisch wichtige Plattform in die Cloud zu überführen. Dabei stellte sich allerdings heraus, dass bestimmte Layers dieser Plattform aus regulatorischen Gründen nicht außerhalb des unmittelbaren Kontrollbereichs des Kunden gehostet werden durften. Gemeinsam entwickelten wir deshalb den Plan für eine Hybrid-Cloud-Umgebung, bei der der regulatorisch relevante Teil der Plattform in einer Private Cloud im Rechenzentrum des Kunden liegt, die unkritischen Elemente hingegen in einer Public Cloud.

Dieses Vorgehen ist für alle Unternehmen sinnvoll, die heute in die Cloud starten, auch wenn es, aus welchen Gründen auch immer, gewisse Sicherheitsbedenken gibt. Auf diese Weise können sie schnell von der Flexibilität und der zuverlässigen Kostenstruktur einer Cloud-Lösung profitieren und müssen nur noch so viel wie unbedingt nötig selbst betreiben.

Flexibilität durch Container-Virtualisierung
Entscheidend ist, eine solche hybride Lösung so aufzubauen, dass der künftige Umzug des in der Private Cloud liegenden Layer einfach und problemlos möglich ist; denn idealerweise soll der Mischbetrieb nur eine Übergangsphase sein. Die Migrationsprophylaxe lässt sich einerseits herstellen, indem Private und Public Layer den gleichen Standards folgen, einheitlich aufgebaut und ausgeführt sind. Andererseits hilft dabei die Container-Virtualisierung, beispielsweise mit OpenShift, Kubernetes oder Docker.

Hinter der Container-Technologie steckt die Idee, dass einzelne Stacks jeweils für sich isoliert auf verschiedenen sogenannten Containern laufen, die als einzelne Module sehr einfach von einer Cloud in eine andere überführt werden können. Migrationen, die ohne Container einer Neuentwicklung gleichkommen und bis zu mehreren Monaten dauern, sind so innerhalb von wenigen Tagen möglich. Und je besser man diese Migration schon bei der ersten Planung mit eingeplant hat, desto einfacher geht sie vonstatten.

Meine Erfahrungen im direkten Vergleich von Public Cloud und Private Cloud im On-premise-Betrieb
Wir haben zunächst vier Monate lang mit der Public Cloud gearbeitet und diverse Container zum Laufen gebracht. In der industrialisierten Welt der Public Cloud funktioniert alles stabil. Man bekommt von dem, was der Provider im Hintergrund dafür leistet, gar nichts mit. Und hält das schnell für ganz selbstverständlich.

Als wir dann aus regulatorischen Gründen in die Private Cloud ausweichen mussten, hieß es plötzlich wieder, Hardware auszuwählen und zu konfigurieren. Wir brauchten Unterstützung von Netzwerkexperten, Storage-Experten, VM-Experten und mussten uns durch die Phase der Systemstabilisierung kämpfen. Innerhalb von vier Monaten war die Private-Cloud-Plattform implementiert. Das ist ein gutes Ergebnis. In der Public Cloud hätten wir dasselbe jedoch in deutlich kürzerer Zeit umgesetzt.

Fazit: Unverhältnismäßiger Aufwand
Es gibt nach wie vor viele Bereiche, in denen Unternehmen an einer selbst betriebenen Private Cloud nicht vorbeikommen. Aber grundsätzlich sollten sie versuchen, diesen Bereich so klein wie möglich zu halten und sukzessive immer weiter zu reduzieren. In einem solch ausgeprägten Commodity-Umfeld selbst die Performance und den Service Level zu gewährleisten, den die großen Cloud-Provider mit ihren großen Investitionsvolumina bieten, das ist für Unternehmen in Zukunft nur noch mit einem unverhältnismäßigen Aufwand zu erreichen.

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Kategorien Cloud

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