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Alles auf Anfang: Neue Chancen für die Fertigung

  • Veröffentlicht am 9, November 2020
  • Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Die aktuelle Situation bietet Unternehmen die Möglichkeit, in einen nachhaltigen Erneuerungsprozess einzutreten. So kann die Effizienz in der Fertigung bereits durch kleinere technologische Adaptionen stark gesteigert werden. Nicht immer steht dabei die „große Lösung“ am Anfang. Viel wichtiger ist es, die ersten Schritte zu gehen. Ein Blick auf Herausforderungen, Chancen und Lösungen.

Derzeit reagieren Unternehmen schnell auf die aktuellen Veränderungen, indem sie Kostenstrukturen untersuchen und die kurzfristige Liquidität sicherstellen (Respond). Sie ordnen sich neu, stärken gemeinsam mit ihrem Ökosystem die Lieferketten und rationalisieren Produktportfolio sowie Prozesse (Reset). Im nächsten Schritt möchten sie agilere und belastbarere Strukturen etablieren, um neu in die Zukunft zu starten (Renew).

Krise als Digitalisierungsbeschleuniger

Bei diesem Neustart spielt die Digitalstrategie eine zentrale Rolle. Sie entscheidet über wettbewerbsfähige Kostenstrukturen, Resilienz in der Wertschöpfung sowie die nachhaltige Stärkung von Mitarbeiterbindung. Seit 9 Jahren diskutieren wir bereits über Industrie 4.0. Aber in den vergangenen sechs Monaten haben Unternehmen fast mehr interne Prozesse digitalisiert und zukunftsfähige Konzepte hervorgebracht als in den acht Jahren zuvor. Dadurch befinden wir uns – der Krise und ihren Auswirkungen zum Trotz – in einer besonders chancenreichen Situation. Auf einmal versteht eine breite Masse des Managements und der Belegschaft, wie Effizienz und Effektivität durch Technologien ermöglicht und gesteigert werden kann. Außerdem sind wir zunehmend in der Lage, daraus die richtigen Maßnahmen abzuleiten.

Selbst günstige Technologien können starke Hebel sein

Ob etablierter Marktführer oder erfolgshungriges Start-up: Jedes Unternehmen hat heute Zugriff auf zahlreiche Technologien, vom einfachen Sensor bis zur leistungsstarken IT-Plattform. Diese Technologien sind ohne hohe Einmalinvestitionen in breiter Masse verfügbar. Schon wenige Euro teure Tools können die Effizienz von personellen Ressourcen steigern und Unternehmen dabei unterstützen, repetitive, nicht-wertschöpfende Prozesse zu überwinden. Dabei ist es meist effizienter, ein Werkzeug zu implementieren, das dabei hilft, die bereits teuer beschafften Maschinen besser auszulasten, als eine vielfach höhere Investition in einen geringfügig schnelleren Maschinenpark zu tätigen.

Nur ein Beispiel von vielen

Bereits für 450 Euro kann ein Unternehmen einen Arbeitsplatz in der Produktion mit Monitor, Rechner und Peripherie ausstatten. Damit greifen Mitarbeiter digital auf 3D-Zeichnungen und alle für die Fertigung relevanten Daten zu. Das spart nicht nur wertvolle Zeit. Auch ein kostspieliger Maschinenstillstand – der beispielsweise eintritt, wenn an einem Bauteil eine Bemaßung fehlt oder nicht lesbar ist – gehört der Vergangenheit an. Der durch die geringe Investition bewirkte Effizienzgewinn kann so beträchtlich sein, dass er innerhalb kurzer Zeit der Anschaffung einer neuen CNC-Fräse im Wert von 250.000 Euro entspricht.

Adaptionsfreudigkeit bleibt überlebenswichtig

Der klassische, kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP, engl.: Continuous Improvement Process) in Unternehmen wird heute zunehmend digital gedacht. Als solcher hat er einen starken Einfluss auf die wirtschaftliche Zukunft von Organisationen: Firmen, die sich der kontinuierlichen Adaption von Technologien zur Verbesserung ihrer Abläufe widersetzen, können dem wachsenden Konkurrenzdruck ihrer digital „fitten“ Wettbewerber nicht dauerhaft standhalten. Da sich der Wandel schrittweise vollzieht, erkennen viele Unternehmen den Handlungsbedarf jedoch nicht oder reagieren erst spät. Hier gilt es, die richtigen Weichen zu stellen.

Die wichtigsten Herausforderungen unserer Kunden im produzierenden Gewerbe

Aktuell ist die Fertigung in Unternehmen von drei wesentlichen äußeren Einflüssen geprägt:

  • Die Stückzahlen sinken. Produkte werden zunehmend individuell gefertigt, bei gleichzeitiger Steigerung ihrer inneren Komplexität sowie der Komplexität der zugehörigen Supply Chain.
  • Technologien wie Sensorik, Robotik und Systeme, die die entstehenden Daten sammeln, speichern, aggregieren und analysieren, sind in der Breite verfügbar und können kostengünstig von jedem Unternehmen eingesetzt werden.
  • Der dauerhafte Preis- und Leistungsdruck steigt mit den Adaptionsraten moderner Technologien und den global gesunkenen Markteintrittsbarrieren.

Gleichzeitig ringen Unternehmen häufig mit internen Schwierigkeiten:

  • Es herrscht eine völlige Intransparenz bezüglich der eigenen Daten: Auf unzählige Informationsinseln in Excel, Access, Warenwirtschaft, Buchhaltung, in den einzelnen Fertigungsmaschinen und auf dem Papier kann nicht zugegriffen werden.
  • Es ist oft unklar, an welchen Stellen der Wertschöpfungskette Profite erwirtschaftet werden oder unnötige Kosten entstehen. In einem Unternehmen können 15 % der Aufträge das Betriebsergebnis derart verschlechtern, dass diese Aufträge besser gar nicht angenommen worden wären. Eine Entscheidung über die Auftragsannahme oder -absage kann im Vorfeld jedoch nur dann getroffen werden, wenn realistische Planwerte zu Materialverbrauch, Ressourceneinsatz und -kosten existieren.

Was verhindert die Technologie-Adaption?

Es gibt viele Gründe, warum sinnvolle und innovative Technologien nicht in den Fertigungsprozess implementiert werden. Die Verweigerung kann auf Vorurteilen (z.B.: zu hohe Kosten, zu wenig Nutzen, fehlende Verfügbarkeit) beruhen – oder auf fehlendem Wissen über die Existenz und Verwendung jener Technologien.

Auch dann, wenn die Notwendigkeit von Veränderungen erkannt wird, kann es Hinderungsgründe geben. So kann die Vielzahl möglicher Optionen zu einer Lähmung des Innovationsprozesses führen. Zu ambitionierte Ziele und die nötigen tiefgreifenden Entscheidungen im Vorfeld bewirken, dass Projekte unnötig groß, zu kompliziert und schlussendlich zu kostenintensiv werden. Dabei liegt das Augenmerk im Findungsprozess zu häufig auf dem „idealen“ Produkt, das alle denkbaren Anforderungen erfüllt. Besser wäre es, Projekte mit Blick auf die realistischen Umsetzungschancen zu planen und sich dem gewünschten Niveau in weiteren Ausbau- und Optimierungsstufen anzunähern.

Um diesen Hindernissen entgegenzutreten, ist es wichtig, zu verstehen, dass wir hier nicht über IT-Projekte sprechen. Es geht darum, die Mentalität des KVP in einer neuen, zweiten Version aufleben zu lassen. Dieser KVP beruht auf dem Verständnis, dass die vierte industrielle Revolution sich lediglich an der breiten Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit der nötigen Technik für ein jedes Unternehmen erkennen lässt. Sie ist durch das Ziel bestimmt, so viele repetitive, „banale“ Tätigkeiten aus dem Arbeitsalltag von Beschäftigten zu eliminieren, wie möglich.

Wie sollte eine Lösung aufgebaut sein?

Wir von Avanade unterstützen Unternehmen mit den drei wesentlichen Lösungsbausteinen:

  1. Exploration
    Am Anfang steht die Frage nach dem „Warum“. Nur wenn man die eigentliche Wertschöpfung und den eigenen Informationsbedarf, das Defizit oder generell ein Verbesserungspotential erkennt, kann man daran arbeiten.
  2. Mentalität & Organisation
    „Fail Fast!“ und „Sei disruptiv!“ lauten die Credos von Start-up-Beratern. Für gewachsene Unternehmen kann es auch heißen „Sei disruptiv, aber nicht im Kernprozess“. Wichtig ist es, zu verstehen, was technologisch möglich ist, um den Wertschöpfungsprozess flankierend zu unterstützen. Ebenso wichtig ist es, den digitalen KVP fest in der Organisation zu verankern und in kleinen, kostengünstigen Schritten Techniken auszuprobieren und dabei Erfahrungen zu sammeln. Ein Beispiel zur Verbesserung der Liefertreue und Wirtschaftlichkeit von Produktionsaufträgen: Man kann millionenschwere IoT-Projekte initiieren, um sämtliche Maschinen- und Prozessparameter zu erheben. Oft genügt es auch im ersten Schritt zu wissen, ob und wie lange die Maschine gelaufen ist. Aus dieser einfachen Information können Ist- und Plankosten validiert, eine bessere Vorkalkulation und Planung initiiert sowie abschließend eine realistische Lieferterminfindung und Angebotspreise durchgeführt werden. Um das zu ermöglichen, müssen in Erfahrung und Kompetenz gemischte Teams geschaffen werden. Das Prinzip „Jung lernt von Alt“ ist heutzutage keine Einbahnstraße mehr. Digitale Skills der Natives verbinden sich hervorragend mit der jahrelangen Expertise von Fachexperten.
  3. Geschäftsapplikationen & IoT
    Microsoft Dynamics 365 und Azure IoT sind durch ihre Modularität, innere Kompatibilität sowie technologische und funktionale Reichweite einzigartig. Dort, wo andere Systeme starre Arbeitsabläufe vorgeben, ist Microsoft Dynamics in der Lage, flexible Werkzeuge für jeden Mitarbeiter bereitzustellen und individuelle Arbeitsabläufe zu automatisieren. Dynamics 365 als Plattform ist dabei das ideale Werkzeug, um bedarfsgerecht klein zu starten, ohne großen Invest in einem Teilbereich – ob Lager, Produktion oder Finance. Damit wird die Grundlage geschaffen, in diesem dedizierten Bereich Daten zu sammeln und für den weiteren Ausbau zu nutzen.

Warum Avanade?

Wir kombinieren strategische Beratungskompetenz mit technologischer Expertise:

  • Wir unterstützen unsere Kunden in Findungs- und Konzeptionsworkshops. Von Kreativworkshops im IIot-Center bis zur Beratung am Fertigungsband – unsere Experten bieten fundiertes, pragmatisches Wissen und Leitlinien, um bei der Identifikation möglicher Hebel zu helfen.
  • Wir bieten technologische Kompetenz für die umfassende Beratung und schnelle Umsetzung. Standardisierte Produkte und Dynamics als Plattform helfen unseren Kunden bei der schnellen Realisierung von Mehrwerten.

Sie haben Fragen oder wünschen weitere Informationen? Sprechen Sie uns an!

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