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Florin Rotar

Artikel von

Florin Rotar

3 mitarbeiterorientierte Trends, die für Sie bis 2025 relevant sind

Die grundlegenden Veränderungen des täglichen Lebens während der Pandemie waren nicht einheitlich. Sie haben jeden Einzelnen unterschiedlich getroffen. In der Arbeitswelt war allerdings ein durchgängiger Trend zu beobachten: Die Verschiebung in der Arbeitnehmer/Arbeitgeber-Dynamik.

Die Arbeitnehmer erwarten heute mehr von ihren Arbeitgebern. Sie erwarten nicht nur einen positiven Beitrag zu ihrem Berufsleben, sondern zu ihrem Leben insgesamt.

Inzwischen sind sich die Arbeitgeber ihrer Verantwortung mehr bewusst als je zuvor. Die Mitarbeitererfahrung (EX) hat an Bedeutung gewonnen. Sie ist zu einer Aufgabe geworden, die die Aufmerksamkeit der Unternehmensführung auf sich gezogen hat. Vor der Pandemie kam die Studie „Net Better Off“ (Insgesamt besser dran) von Accenture zu dem Schluss, dass sich nur 35 % der Führungskräfte der Vorstandsebene (CXOs) dafür verantwortlich fühlten, ihre Mitarbeiter besser zu stellen. In nur sechs Monaten hatte sich dieser Wert auf 50 % erhöht.

Es gibt keine Entschuldigung dafür, Ihre Mitarbeiter nicht in den Mittelpunkt Ihres Arbeitsumfelds und der Unternehmenstransformation zu stellen. Wir befinden uns tatsächlich im Zeitalter der mitarbeiterorientierten Workplace Experience. Hier die drei Trends, von denen ich glaube, dass sie dieses empathischere, mitarbeiterzentrierte Zeitalter in den nächsten Jahren bis 2025 definieren werden.

Trend Nr. 1: Mitarbeiterorientierte Arbeit

Wir sehen bereits jetzt eine stärkere Konzentration darauf, die Arbeit humaner und mitarbeiterorientierter zu gestalten – und dieser Trend wird sich fortsetzen. Durch die Fürsorge für die Mitarbeiter und die Erfüllung ihrer grundlegenden menschlichen Bedürfnisse bei der Arbeit können Organisationen ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Dem Wert und Zweck der Arbeit wird mehr Beachtung geschenkt werden – was für die Mitarbeiter noch mehr zu einem motivierenden Faktor wird. Aus den Untersuchungen von Accenture wissen wir, dass sich nach der Pandemie 67 % der Mitarbeiter ein verantwortungsvolleres und faireres Verhalten ihres Arbeitgebers wünschen.

Das „Wert“-Konzept wird eine tiefere Bedeutung annehmen. Dies gilt sowohl für das Unternehmen – Untersuchungen zeigen, dass ein menschlicherer Ansatz zu besseren Geschäftsergebnissen führt – als auch für den Einzelnen. Neu auf den Arbeitsmarkt drängende Generationen erwarten einen empathischen Arbeitsplatz – und werden sich an Unternehmen mit humanem Arbeitsansatz mit größerer Wahrscheinlichkeit gebunden fühlen. Doch was als begrenzter demografischer Trend begann, entwickelt sich jetzt zu einer Lawine. Mitarbeiter aller Art und jeden Alters haben aufgrund der Pandemie ihre Prioritäten geändert. Ihre Erfahrung, wie sich Arbeitgeber verhalten haben, hat ihnen die Augen für das geöffnet, was Arbeit sein kann (zum Guten oder Schlechten).

Tatsächlich sehen wir, dass unser eigenes Ziel, einen echten menschlichen Beitrag zu leisten, bei Avanade voll zum Tragen kommt, wenn es um die Art von Arbeit geht, der sich unsere Mitarbeiter jeden Tag aufs Neue widmen. Die Projekte, bei denen wir das größte Mitarbeiterengagement erleben, sind diejenigen, bei denen es um einen echten menschlichen Beitrag geht. Das war auch bei der Einführung der Telearbeit für den NHS so. – Hier haben wir die Kommunikationsinfrastruktur für den Betrieb der Nightingale Hospitals (temporäre Krankenhäuser, die vom NHS für die COVID-19-Pandemie eingerichtet wurden) bereitgestellt. Ein weiteres Beispiel war die Beatmungsgeräteherausforderung. Gleiches gilt auch für die Schaffung von Lösungen für das Finanzhilfemanagement, um die Servicekontinuität gemeinnütziger Organisationen zu ermöglichen.

Mit der zunehmenden Verbesserung bei der Impfstoffbereitstellung erwägen immer mehr Mitarbeiter einen Arbeitsplatzwechsel. YOLO (You Only Live Once, Man lebt nur einmal) ist inzwischen mehr als nur ein oberflächlicher Spruch – es ist eine Kurzbezeichnung für die Notwendigkeit, über die Work-Life-Balance hinauszugehen und echte Work-Life-Integration zu finden. Der Zweck und die Bedeutung der Arbeit sind wichtiger denn je.

Trend Nr. 2: Die digitale Kluft überwinden

Meine zweite Prognose lautet, dass die digitale Kluft zwischen Büro- und Vor-Ort-Mitarbeitern schrumpfen wird. Ein herausragende technologieorientierte Mitarbeitererfahrung ist nicht mehr ausschließlich Büro- oder Wissensarbeitern vorbehalten: Vor-Ort-Mitarbeiter profitieren inzwischen von intelligenteren (und besser angepassten) Technologien und besseren Tools.

Der Großteil der weltweiten Belegschaft besteht aus unentbehrlichen Vor-Ort-Mitarbeitern. Ich glaube, bis 2025 wird diese Mitarbeitergruppe die relevanten und befähigenden Erfahrungen genießen, die sie verdienen. Dies wird dank einer intelligenteren Technologie möglich sein, die sich an die Anforderungen und Wünsche der Mitarbeiter anpassen kann und nicht umgekehrt.

Low-Code- und No-Code-Lösungen wie Power Platform demokratisieren den digitalen Arbeitsplatz. Workplace Analytics und Viva Insights schaffen einheitlichere Bedingungen und Daten befähigen alle Arten von Mitarbeitern und steigern ihre Effizienz. IoT und Smart Spaces, Augmented oder Virtual Reality sowie digitale Zwillinge transformieren Workflows und Prozesse vor Ort. Vor-Ort-Mitarbeiter werden dadurch erhebliche Vorteile erzielen.

Dies wird großen Einfluss auf die Welt um uns herum haben. Das können Ärzte sein, die Patienten behandeln, Angestellte, die Kunden im Verkaufsraum helfen, oder Techniker an verschiedenen Standorten, die aus der Ferne zusammenarbeiten. Die Technologie wird der Katalysator und nicht das Hemmnis für die Vor-Ort-Arbeit sein.

Trend Nr. 3: Erkenntnisse, um wirklich bedeutungsvolle Momente zu ermöglichen

Laut Microsoft geben Organisationen heute mehr als 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr für die Mitarbeitererfahrung aus. Diese Ausgaben umfassen alles von der Entwicklung und Schulung über Zusatzleistungen und Wohlbefinden bis hin zu einer Vielzahl von Mitarbeitererfahrungsplattformen.

Ich gehe davon aus, dass die Organisationen ihre Technologieakzeptanz beschleunigen, um die wichtigen EX-Momente zu beurteilen und letztendlich die Frage zu beantworten: “Wie können wir die Arbeit angenehmer und wirkungsvoller machen?” Immer mehr Unternehmen werden sich auf EX-Plattformen konzentrieren, um Wege für die optimale Gestaltung wichtiger Momente zu finden – und um greifbare, messbare und bedeutsame Geschäftsergebnisse zu erzielen.

Wir arbeiten mit unseren Kunden zusammen, um genau fokussierte „wichtige EX-Momente“ zu identifizieren und zu überdenken – sehr spezifische Szenarien, die wir durch EX-Design auf der Grundlage von Analysen gestalten können. Beispiel: Haben die Mitarbeiter ausreichend Quality Time für ihre Vorgesetzten zur Verfügung? Welche Teams sind von Burn-out bedroht? Wie planen wir, wer weiterhin per Telearbeit arbeiten kann und wer ins Büro zurückkehren muss?

Ein wichtiger Faktor werden Daten und Verhaltensanalysen sein. Die Daten werden nicht dazu verwendet, Mitarbeiter zu verfolgen oder zu prüfen – sondern auf ethische und empathische Weise. Dadurch werden die Mitarbeiter dazu befähigt, intelligentere Entscheidungen zu treffen, und Organisationen in die Lage versetzt, Maßnahmen, Verhaltensweisen und Verbesserungsmöglichkeiten tiefgründig zu verstehen, die wirklich wichtig sind. Die Mitarbeiter werden durch personalisierte, hilfreiche, besonders relevante und kontextuell reiche Denkanstöße unterstützt, sinnvolle und dauerhafte Veränderungen vorzunehmen.

Unsere einmalige Chance

Wir wissen bereits, dass sich die Welt verbessern lässt, wenn wir die besten Technologien mit den besten menschlichen Fähigkeiten kombinieren. Durch die Pandemie sind wir in eine ungeahnte soziale, wirtschaftliche und (für viele) sehr persönliche Krise geraten. Unsere Welt wurde auf den Kopf gestellt. Aber es entstand eine veränderte Arbeitswelt, nicht nur ein veränderter Arbeitsplatz – und diese Veränderungen sind nicht nur kurzfristig. Das ist die Zukunft.

Ich hoffe, dass wir das große Potenzial dieser neuen Zukunft begreifen – eine echte einmalige Chance –, um die Arbeit und den Arbeitsplatz humaner zu gestalten.

Über Florin Rotar

Florin Rotar

Florin Rotar leitet die Strategie und Umsetzung des globalen Modern Workplace-Geschäfts von Avanade. Er ist von Natur aus neugierig, von Beruf Technologe und war der erste Chief Technology Innovation Officer des Unternehmens. Er hatte zentrale Rollen in der globalen Leitung der Digital Market Unit von Avanade inne und konnte die Geschäfte von Avanade im Vereinigten Königreich und in Skandinavien auf- und ausbauen, sowohl als leitender Fachmann als auch als Manager.

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